Betreutes Wohnen -Das sollten Sie wissen- Teil 1.

Sabine Raschke(56) aus Berlin sucht seit 2 Monaten intensiv nach einer guten Betreuung Ihrer mittlerweile 80 jährigen Mutter. “Man steht erstmal vor einem Problem und hat keine Ahnung wie und wo und vor allen Dingen was man für Hilfe bekommen kann, welche Möglichkeiten es gibt meine Mutter gut zu betreuen und in den täglichen Dingen ein wenig zu unterstützen. Letztendlich macht man zu Anfang alles selber und zerreißen sich zwischen der eigenen Familie und der zu betreuenden Person. Man will ja, so gut wie es geht allen gerecht werden, bis man im Laufe der Zeit merkt es geht nicht mehr.“
Gerade in den letzten Jahren ist das betreute Wohnen immer beliebter geworden.
Doch was heißt das?
Der Begriff betreutes Wohnen fasst alle Maßnahmen zusammen, die zur Unterstützung von bestimmten Alltagssituationen dienen. Grundsätzlich unterscheidet man 2 Formen. Teil 1 beschäftigt sich mit dem betreutem Wohnen in der eigenen Wohnung. Welche finanziellen Hilfen Sie erwarten können und welche kleinen Dinge den Alltag der betroffenen Personen manchmal erheblich erleichtert.
1. betreutes Wohnen im eigenen Wohnumfeld
Zu Hause ist es immer noch am schönsten, sagt ein altes Sprichwort. So lange wie möglich in den eigenen 4-Wänden zu bleiben, seinen Haushalt einigermaßen noch Regeln zu können steht häufig an erster Stelle bei den Wünschen älterer Personen. Betreutes Wohnen ist beispielsweise der Besuch des ambulanten Pflegedienstes um allmorgendliche Hilfestellung beim Waschen zu geben. Im Mittelpunkt steht aber, dass die zu unterstützende Person möglichst weiter Ihren eigenen Haushalt führt. Auch Sachen wie Einkauf, Frisör usw. kann aber auch von speziellen Dienstleistern in Anspruch genommen werden. In vielen Städten gibt es zum Beispiel Essen auf Rädern, die für wenig Geld täglich Mittag anliefern. Wer Probleme mit den Gehen oder andere gesundheitliche Einschränkungen hat, brauch nicht sofort eine 24 Stunden Betreuung, sonder nur selektive Hilfe bei bestimmten Alltagssituationen.
Wo soll man sich Hinwenden?
Wenn ein pflegerischer Aufwand besteht, wie morgentliches Waschen und Anziehen, ist der erste Ansprechpartner die Pflegekasse bzw. Krankenkasse. Diese informiert den sogenannten MDK(Medizinische Dienst der Krankenkasse) der eine Art Begutachtung und Einteilung in Pflegestufen 1-3 vornimmt. Das heißt, ein Experte kommt zu der betreffenden Person nach Hause und begutachtet die momentane Situation, mit der Begutachtung und Einteilung sind keine Kosten verbunden.

Allerdings sollten Sie sich über entsprechende Anforderungen, d.h. Wann bekomme ich Pflegestufe 1,2 oder 3 und welche Kriterien müssen dafür erfühlt sein.
Gute Tipps bieten immer Fachbücher zu diesem Thema, die auch wichtiges Hintergrundwissen enthalten.
Sollte der Medizinische Dienst der Krankenkassen eine Einteilung in einer Pflegestufe ablehnen, bleibt Ihnen nichts anderes übrig als die Betreuungskosten selbst zu tragen, beispielsweise für Dienstleistung wie Essen auf Rädern oder eine Haushaltshilfe.
Die Pflegestufe 0(Null)
Die Schwierigkeit bei der Einstufung des MDK ist es, dass die begutachteten Patenten grundsätzlich eine körperliche Einschränkung haben „müssen“ um in eine Pflegestufe 1-3 zu kommen. Der immer größer werdende Anteil von Demenzkranken die körperlich zwar noch fit aber teilweise starke geistige Einschränkungen haben, wurde bei der Prüfung des MDK kaum berücksichtigt. Erst im Juli 2008 entschied man sich für die Einführung der Pflegestufe 0, mit dem Ziel diese Menschen auch Finanziell zu unterstützen. Das heißt in Zahlen, dass 2 von 13 vordefinierten Einschränkungen erfühlt sein müssen um monatlich max. 200 € Unterstützung zu bekommen.

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Das Pflegetagebuch
Es soll dazu dienen, den Experten vom MDK möglichst klar den Pflegeaufwand zu schildern, denn meist ist dieser nur 1-2 Stunden im Haus und kann sich mehr oder weniger nur einen oberflächlichen Eindruck machen. Beginnen Sie 14 Tage bis 1 Woche vor den Termin zum Besuch des MDK mit der Aufzeichnung.
Beispiel für ein Pflegetagebuch kostenlos runterladen:
Achten Sie als Angehöriger oder Betroffener auf die kleinen Dinge, die manche Alltagssituation erleichtert :
- Seniorentelefon mehr unter Seniorenhandy was sollte man wissen?
- Laufhilfen zum festhalten beim laufen
- Stolperfallen beseitigen
- spezielle Toilettensitze mit Aufstehhilfe
- Sofa- und Betten (Sitz- und Liegefläche) anpassen um leichter Aufstehen und Hinlegen zu können
Soziale Dienste und mobiler Service
Wenn Menschen, Menschen helfen. Bestandteil dieser Dienste ist es eine Unterstützung im allgemeinen Lebensumfeld zu geben:
- Essen auf Rädern
- mobile Frisör, Hand- und Fußpflege
- ehrenamtliche Helfer(Besuchsdienste)
- Einkaufservice
- Haushaltshilfen (Kosten übernimmt zum Teil die Pflegekasse)
Nicht selten kann, Dank des betreuten Wohnens, die zu unterstützende Person noch Jahre in Ihren eigenen 4-Wänden verbringen. Was in Endkonsequenz nicht nur zur Entlassung des Gesundheitssystem führt, sonder viel wichtiger, ein entscheidendes Plus an Lebensqualität für den betroffenen beherbergt.
Zwei empfehlenswerte Bücher haben wir für Sie rausgesucht:
1. 100 Fehler bei der MDK-Prüfung und was Sie dagegen tun können
2. Der MDK Mit dem Gutachter eine Sprache sprechen
Lesen Sie auch:
Betreutes Wohnen in Senioren Wohnanlagen Teil 2.
Stiftung Warentest -Essen auf Rädern-
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