Abschied nehmen - Formen der Trauerbewältigung

Egal ob der Tod eines Partner, der Eltern oder gar des eigenen Kindes, der Tod eines nahen Menschen gehört zu den einschneidendsten Erfahrungen im eigenen Leben. Er oder Sie ist nicht mehr da, kein Lachen mehr das durch den Raum hallt, keine Streitigkeiten mehr die in der Nachbetrachtung nur auf Kleinigkeiten beruhten und über die man heute lachen kann.
Vielen Menschen wird erst nach dem Tod einer geliebten Person bewusst, wie wichtig sie war, wie sehr man sie gebraucht hat. Oft erinnert man sich an Geschichten, die man zusammen erlebt hat und will den Verlust in ersten Moment nicht war haben. Die Experten unterscheiden verschiedene Phasen im Prozess der Trauerbewältigung:
1. Nicht wahr haben wollen / Schockphase
Man steht in dieser Zeit förmlich neben sich. Betroffene erleben diese Phase wie einen schlechten Traum. Besonders wenn der Tod der Person unerwartet kam und nicht vorhersehbar war, wie ein Unfall, plötzlicher Herzinfarkt/Schlaganfall oder Suizid. Diese Phase ist meist von kurzer Dauer von Stunden oder Tagen.
2. Emotionale Phase
Trauer, Angst, Verzweiflung aber auch Schuldgefühle und Aggression, überwältigen die trauernde Person. Körper und Psyche befinden sich in einen Ausnahmezustand. Spontanes weinen und starke Gefühlsschwankungen, begleitet von Mattheit und Schlaflosigkeit.
Nach einem unerwarteten Tod stehlt sich die Frage nach den Warum. Diese kann Angehörige stark belasten und meist nur mit ärztlicher Hilfe bewältigen. Dies ist schwierigste Phase in der Trauerbewältigung. Sie kann Wochen oder Jahre dauern.
3. Langsame Neuorientierung / Phase des Lösendes
Die Gefühlsausbrüche sind nicht mehr so intensiv. Die Betroffenen beginnen die Situation zu begreifen und langsam zu akzeptieren. Fotos, bestimmte Musikstücke oder Orte, an denen man gemeinsam war, lassen die Gefühle wieder ausbrechen. Der Verstorbene wird zum innen Begleiter der trauernden Person.
4. Das Akzeptieren
Langsame Rücker ins „normale“ Leben. Der Tod der Person wurde akzeptiert und weitgehend verarbeitet. Auch wenn sich ab und zu emotionale Momente und Trauer zurückmelden. Andere Dinge nehmen einen langsam wieder den Mittelpunkt des eigenen Lebens ein (Beruf, Kinder, Familie u.ä.)
Jeder Mensch empfindet dir Trauer unterschiedlich und geht sehr verschieden mit ihr um. Besonders bei älteren pflegebedürftigen Menschen finden Angehörige den Tod als Erlösung von Leiden und Qualen. Dies hilft und verkürzt die Verarbeitung und den Trauerprozess. Der plötzliche Tod des Partners oder des eigenen Kindes ist für viele Menschen das am schwierigsten zu bewältigende Erlebnis im Leben. Starke Depressionen und häufig die Flucht im Alkohol können die Folge sein, oft gepaart mit dem Verlust des eigenen Lebenswillens bis zum Suizid. Die Betroffenen können die Situation nur mit Hilfe von Experten und einer langwierigen Therapie bewältigen.
Viele Menschen finden in der Phase der Trauer, Halt in der Religion. Der Verstorbene befindet sich jetzt in einer bessern Welt und ist dort glücklich. Die meisten Religionen ob z. B. Christentum oder Hinduismus usw. gehen davon aus, dass der Tod nur ein Neuanfang in einer anderen Welt bedeutet.
Eine Hilfestellung kann auch ein Tagebuch geben, in dem man seine Gedanken und Gefühle niederschreibt. Alles, was einem einfällt, egal ob Erlebnisse, die man zusammen teilte, über die Beerdigung oder den Sinn von Leben und Tod. Die Verarbeitung und das Auseinandersetzen mit dem Tod des Menschen stehen an erster Stelle, bevor man sich langsam neuen Zielen und Aufgaben widmet. Verdrängung der Gefühle, wie es häufig bei Männern vorkommt, sollten vermieden werden, da es Jahre später zu starken Selbstzweifel und Schuldgefühl kommen kann.
Foto: © Thomas Max Müller - Pixelio.de
Buchtipp:
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Benutzeranmeldung
Neuste Mitglieder


