Jobperspektive mit 50plus?

„Es kam völlig überraschend, mein Chef ließ mich Ende April in seinem Büro rufen, ich ging schon mit einem unguten Gefühl zu ihm. Nach einen kleinen Smalltalk, ob es mir bei ihm gefällt und ob ich zufrieden soweit bin, schwenkte er über und erzählte mir wie schlecht die aktuelle wirtschaftliche Lage ist und das sie Kosten drücken müssen. Nach diesem Satz war mir alles klar, du bist entlassen, trotz der Bedauerung meines Chefs sitzt der Schock natürlich tief. Wie es weiter gehen soll, weiß ich nicht.“ Elke (49) aus Dortmund.

In den seltensten Fällen ist es heute noch so, dass man von der Lehrzeit bist zur Rente im einem Unternehmen beschäftigt ist. Wenn man Glück hat, am ehesten noch bei Großunternehmen wie Opel, Mercedes oder Bosch u.ä., aber auch hier wir ein gewisser Teil der Arbeitnehmer durch Leiharbeiter ersetzt, die teilweise nur die Hälfte verdienen. Oft sehen Arbeitgeber gerade ältere Arbeitnehmer als alt, verbraucht und unflexibel an, hinzukommt das ihre Gehaltsvorstellungen höher sind als bei jungeren Arbeitnehmer. Es mag manch ein Chef nicht zugeben, vielleicht „fürchten“ sie sich auch vor Konkurrenz im eigenen Betrieb, jüngere sind in den Augen des Unternehmers einfacher und „pflegeleichter“.

Im letzten Jahr könnte die Bundesagentur für Arbeit insgesamt gute Zahlen für alle ab 50plus vermelden. Die Beschäftigungsquote für über 50-jährige nahm auf 6,3 Mill. Beschäftigte zu, dass war ein Plus von rund 6 Prozent. Dies ist nicht etwa auf den Sichtwechsel der Unternehmen zurückzuführen, sonder eher auf die Tatsache, dass es immer mehr Menschen ab 50 gibt und somit auch mehr im ersten Arbeitsmarkt hängen bleiben. Nicht zuletzt ist auch die gute wirtschaftliche Lage für den Rückgang der Arbeitslosen ab 50 verantwortlich. 

Wer über 50 ist, hat es in den letzten Jahren etwas leichter gehabt einen neuen Job zu bekommen, besonders für diejenigen die gut qualifiziert sind. Nicht selten ist der Gang zur Arbeitsagentur aber eine reine Formalität, sich einmal „anmelden“ und dann monatelang nichts hören, geschweige den ein Arbeitsangebot zugeschickt zu bekommen, davon berichten viele der Arbeitslosen 50plusser. Wer längere Zeit keinen Job findet, den bleibt häufig nichts anderes übrig als eine sogenannte arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zu absolvieren.
 

Die Maßnahmen wie 1-Euro-Jobs dominieren die Grafik, jemand der Langzeitarbeitlos ist  bekommt somit leichter eine „Forderung“ durch die Agentur und fällt auch aus der Arbeitslosenstatistik. Kurzzeitarbeitslose wird wohl die Gelegenheit gegeben sich erst einmal zu bewerben, um nach den Jobverlust so schnell wie möglich wieder einen neuen Job zu finden.  Wer Langzeitarbeitlos ist und über 50-Jahre hat nach wie vor die schlechtesten Aussichten wieder einen festen Job zu bekommen. Wer hunderte von Bewerbungen schreibt und immer gesagt bekommt man ist zu alt, resigniert irgendwann. Mittel für Weiterbildungen und Qualifizierungen sind in den letzten Jahren immer weiter gekürzt worden, aber gerade älteren Arbeitslosen die lange aus ihrem Job sind, sollte es ermöglicht werden durch Weiterbildung und Qualifizierung wieder Anschluss an den ersten Arbeitsmarkt zu finden. 

Fast jeder zwölfte (1,15 Mill.) über 50 ist auf Harz4 – Leistungen angewiesen.
(Quelle: DGB 11/07)

Ende 2005 hat sich sich die große Koalition vorgenommen, etwas für ältere Arbeitslose zu tun und legt mit das Programm "Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen“ auf.
Inhalte des Programms ist z. Bsp.:

- die Eingliederungszuschüsse
- die Entgeltsicherung bei niedriger entlohnten Arbeit
- Weiterbildungsförderung im Betrieb
- Befristungsmöglichkeiten bei Arbeitskräften über 52 Jahre

Linktipps:

http://www.gruenderinnenagentur.de/
http://www.alter-schafft-neues.de

Jobbörsen:

www.arbeitsagentur.de
www.backinjob.de
www.meinestadt.de

Foto: © pauline - pixelio.de

 

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