Bankberatung oft fehlerhaft

Zertifikate, Optionsscheine, Fonds oder Aktien. Die meisten Finanzprodukte sind für viele Bankkunden ein Buch mit sieben Siegeln. Gut, dass die Mitarbeiter des Bankinstitutes einen fachlich und für den Laien verständlich beraten, möchte man meinen.
Eine Untersuchung der Stiftung Warentest hat nun festgestellt, dass die Bankberatung häufig mangelhaft ist. Auch die eigene Hausbank sollten Sie nicht blind vertrauten besonders dann, wenn Sie einen hohen Betrag anlegen wollen. Auch hier gilt kritisch hinterfragen und alle Sachverhalte klären.
Verbraucherschützer zufolge sollte ein Kundengespräch bei der Bank wie folgt ablaufen.
Grundsätzliches:
Der Bankberater notiert Ort, Datum und Anwesende des Gespräches. Er fragt gezielt nach den finanzellen Verhältnissen. Droht dem Kunden Arbeitslosigkeit? Stehen latent absehbare Anschaffungen wie ein neues Auto oder Reparaturen an? Ist Nachwuchs geplant?
Gefragt werden sollten Sie auch nach Ihren Rücklagen und Verbindlichkeiten. Besonders die Rücklagen spielen eine wichtige Rolle. Es sollte immer genug Geld zu verfügbar stehen um unvorhersehbare Ereignisse wie Reparaturen, Unfall usw. finanziell Schultern zu können.
Anlagestrategie:
Der Bankberater sollte die Fragen stellen nach der Höhe des anzulegenden Geldes, wie lange, ob fest angelegt oder jederzeit abrufbar und welches Risiko der Kunde bei der Anlage einzugehen bereit ist. Ist beispielsweise ein Vollverlust des Geldes zu verkraften? Oder kommt der Kunde in finanzellen Schwierigkeiten?
Kosten und Provision:
Die Bankberatung muss auch über die Kosten des Finanzproduktes aufklären und wie dies verrechnet bzw. berechnet wird. Außerdem muss der Bankberater bei Nachfrage die Höhe seiner Provision nennen, die er für die Vermittlung des Finanzproduktes bekommt.
Geldanlage -breit- Streuen:
Gerade hei hohen Anlagesummen sollte das Geld möglichst breit gestreut sein. Beispielsweise 30% Rohstoffe 40% Autoindustrie 30% Edelmetalle wie Gold. Eine bestimmte Unternehmensanleihe zu kaufen ist oft hoch riskant (siehe LehmenBrothers).
Das Protokoll:
Neben der Anlage ist das wichtigste Dokument an Ende der Beratung das Protokoll. Sie als Kunde haben ein Recht auf herausgabe eines entsprechenden Beratungsprotokolls und dies, bevor Sie den Vertrag unterzeichnen. Lesen Sie sich jeden Punkt genau durch um spätere Missverständnisse und damit rechtliche Nachteile für Sie zu vermeiden.
Fazit:
Vertrauen ist gut Eigeninitiative ist besser. Wer einen großen Betrag anlegen möchte, sollte sich in jedem Fall auf das Bankgespräch vorbereiten. Das heißt, sich Informationen im Internet suchen, Fachzeitschriften kaufen oder auch die Beratung der Verbraucherzentralen in Anspruch nehmen.
Foto: © Claudia Hautumm - pixelio.de
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