Zeckenbiss - die unterschätze Gefahr

Alljährlich wenn der Sommer naht, steigt auch die Zahl der Zeckenbisse in Deutschland an. Dabei ist ein Zeckenbiss oftmals eine unterschätze Gefahr für die Gesundheit. Hartnäckig hält sich der Mythos, dass Zecken auf Bäumen lauern und sich mit einem gekonnten Sprung auf ihr Opfer stürzen. Dies ist nicht so.
Meist leben die kleinen Blutsauger auf Wiesen, an Farnen, in Wäldern oder an kleinen Sträuchern und warten, bis sie sich an einen vorbeigehenden Menschen oder Tier festbeißen können. Durch ein natürliches Betäubungsmittel der Zecke, ist der Biss schmerzlos und wird nicht bemerkt. Erst später, wenn die Zecke sich mit Blut vollgesaugt hat, stellen die meisten ein Zeckenbiss fest.

Auf keinen Fall

Methoden um die Zecken zu entfernen sind vielfältig. Dabei sollten Sie beachten, dass sie weder Öl oder Klebstoff verwenden, um die Zecke zu entfernen. Diese oft früher angewandte Methode führt dazu, dass die Zecke sich im Todeskampf übergibt und besonders viele Bakterien und Krankheitserreger in die Blutbahn gelangen können. Am besten Sie entfernen die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenzange, die in den meisten Apotheken für wenig Geld erhältlich ist. Setzen Sie die Pinzette oder Zeckenzange so nahe wie möglich an die betroffene Stelle an und entfernen Sie die Zecke mit einer kleinen Drehbewegung. Sollte sich die Zecke nicht vollständig entfernen lassen, empfiehlt es sich den Hausarzt aufzusuchen. 

Welche Gefahr besteht

Der Zeckenbiss alleine ist nicht giftig, jedoch tragen einige Zecken Bakterien in sich, die den Menschen gefährlich werden können und Krankheiten wie FSME (Hirnhautentzündung) oder Borreliose auslösen. Schätzungen gehen davon aus, das jede 5-8 Zecke diese Bakterien in sich trägt. Rötung um die Einstichstelle oder grippeähnliche Symptome können selbst Monate nach dem Biss einer Zecke auftreten. Viele tun dies als kleine Erkältung oder Sommergrippe ab und erinnern sich oft nicht mehr an den Zeckenbiss. Dabei kann FSME im schlimmsten Fall zum Tode des Patenten führen. Wenn Sie nach den Zeckenbiss Krankheitssymptom verspüren, suchen Sie, am besten am gleichen Tag, unbedingt den Arzt auf und berichten Sie ihm von dem Zeckenbiss. Werden Borreliose und FSME früh erkannt, bestehen gute Heilungschancen. Auch wenn Sie unsicher sind, sollten Sie lieber einmal mehr zum Arzt gehen, anstatt eine gefährliche Erkrankung zu riskieren.    

So schützen Sie sich

Einen hundertprozentigen Schutz vor Zeckenbisse gibt es nicht. Die einfachste Methode besteht darin sich lange Sachen anzuziehen, sodass die Zecke keinen Angriffspunkt findet. Wer mehrere Stunden durch Wald und Wiesen wandert, sollte sich regelmäßig "abklopfen". Die besten Hosen und Stiefel nützen nix, wenn die Zecke die Zeit hat, bis zum Kopf zu wandern. In Apotheken erhältliche Lotionen oder Sprays sind oft wirkungslos und versprechen mehr als sie halten. Laut Untersuchung der Stiftung Warentest haben Anti Brumm Naturel sowie Autan Family Care Zeckenschutz am besten abgeschnitten.  Den ganzen Testbericht lesen Sie hier.(Foto: © Dušan Zidar - Fotolia.com)

Meiden Sie wenn möglich das Unterholz, hohe Gräser und Waldspaziergänge abseits der Wege. Wer zum Wanderurlaub in einem Zecken bzw. FSME Risikogebiet verreist oder sich viel in der Natur aufhält, sollte mit seinem Hausarzt über eine FSME – Impung besprechen.

Surftipp:

Risikogebiete in Deutschland - Interaktive Karte

Foto: © Ste2.0 - Fotolia.com

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