Bio nicht besser?

Bio ist nicht wesentlich besser als normale Lebensmittel. So lautet das Fazit der von Stiftung Warentest veröffentlichen Studie. Insgesamt werteten die Warentester 85 Untersuchengen in 8 Jahren aus. 

Jeder der vor dem Milchregal steht, überlegt sich vielleicht nehme ich die Milch, wo mit großen Buchstaben BIO draufsteht oder die 30 Prozent günstigere, also „normale“ Milch? Letztendlich nimmt man vielleicht beide, die billige und die teure Milch. Zu Hause angekommen stellt man fest, dass es geschmacklich keinen Unterschied gibt. Nachdem man die Verpackung etwas genauer betrachtet, fällt einen vielleicht ein kleiner Satz auf: Hergestellt nach EG-Öko-Verordnung, doch was heiß das genau? Und sind Bioprodukte zurecht teuer? Lohnt sich die mehr Ausgabe?
 
Bio ist etwa keine Erfindung der Neuzeit, so etwas wie ein Bio-Siegel gab es schon vor 80 Jahren mit Demeter (http://www.demeter.de). Mit der Erfindung von Pestiziden und Herbizide und die damit einhergehende massive Ertragssteigerung und immer günstiger werden Produkte, ließen den Ökogedanken Jahrzehnte im Hintergrund treten. Dies änderte sich jedoch seit den Neunzigern rasant. Bio ist von einem Nischenprodukt zum Massenprodukt geworden. Um Missbrauch, wie Steigerung der Magen, Betrug am Endkunden zu verhindern, führte die Europäische Union 1991 EG-Öko-Verordnung ein. 
Ab 2009 wird das sechseckige Bio-Siegel von dem europaweit einheitlichen EU-Siegel für Bio-Waren eingeführt, die Kontrollkriterien ändern sich aber nicht. Die Vergabe des Bio-Siegels richtet sich nach der EG-Öko-Verordnung das heißt genau folgendes:

  • Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs müssen zu mindestens 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau stammen.
  • Der Einsatz von Gentechnik ist verboten.
  • Viele Zusatzstoffe sind nicht erlaubt.
  • Nur Erzeuger sowie Verarbeitungs- und Importunternehmen, die den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung gerecht werden und sich den vorgeschriebenen Kontrollen unterziehen, sind berechtigt, ihre Produkte unter den Bezeichnungen "Bio" oder "Öko" zu verkaufen.
  • Bei der Kennzeichnung der Produkte muss der Name und/ oder die Codenummer der zuständigen Öko-Kontrollstelle angegeben werden. Das Schema der Codenummer für eine Kontrollstelle, die in Deutschland ansässig ist, lautet: DE-000-Öko-Kontrollstelle. Dabei steht "DE" für Deutschland und "000" für die dreistellige Kennziffer der Kontrollstelle.

Aber auch:

  • verzichtet grundsätzlich auf chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel
  • verzichtet auf mineralischen Stickstoffdünger
  • steht für artgerechte Tierhaltung
  • schützt Boden, Wasser und Luft
  • hilft, die Artenvielfalt zu erhalten
  • vermindert den Energieverbrauch und schont Rohstoffreserven
  • strebt eine Kreislaufwirtschaft mit möglichst geschlossenen Nährstoffzyklen an
  • bietet Sicherheit durch Richtlinien und Kontrollen
  • schafft Transparenz bei der Erzeugung und Herstellung von Lebensmitteln
  • verzichtet auf Gentechnik

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Wissenschaftler haben bis heute kein chemisch/physikalischen unterschied zwischen rein ökologisch und konventionelle Landwirtschaft feststellen können. Allerdings finden Forscher immer wieder Anhaltspunkte dafür, dass Biolebensmittel einen höheren Nährstoffgehalt besitzen. Ob sich beim Verzehr positive Effekte auf den Körper auswirken, ist noch nicht bewiesen. Auch stellten sie fest, dass Pestizid- und Düngemittelrückstände in der konventionellen Landwirtschaft häufiger nachzuweisen sind, als in der Bio-Landwirschaft. Diese Werte bewegen sich aber grundsätzlich im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und stellen, so die Fachleute, keine gesundheitliche Gefahr da.

Eine strengere Qualitätskontrolle bietet das sogenannte Bioland-Siegel, bei den 100 Prozent der Herstellung biologisch sein muss. Alle Zulieferer vom Äpfeln bis zum Zucker sind ebenso Verpflichtet zu 100 Prozent ökologischen Anbau zu betreiben.

Die neue Studie der Stiftung Warentest belegt, dass 75 Prozent der Ökoprodukte pestizidfrei sind. Bei normalen Lebensmittel konventionellen Lebensmitteln sind dies gerade einmal 16 Prozent der Lebensmittel. Besonders bei Tee, Vollmilch und Obst u.ä. schneitet Bio besser ab, bei nativem Rapsöl dagegen die konventionellen Produkte.

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